Besetzte Häuser geräumt

Am Abend des 30. April 2010 wurden die Häuser in der Amalienstraße 14 und 16 in Oldenburg besetzt. Die autonome 1. Mai-Demonstration zeigte sich solidarisch, indem sie das Straßenfest trotz Regens spontan auf die davor gelegene Hauptverkehrsstraße verlagerte. Die Demonstration stand unter dem Motto „Stadt gehört uns allen! Solidarisieren, organisieren, aneignen – weltweit“. An die 600 Menschen zogen gegen Militarismus, Kameraüberwachung, Rassismus, Kapitalismus und Patriarchat durch die Oldenburger Innenstadt. Schon während der Demonstration zeigte sich die Polizei eskalativ. Infolge der massiven Polizeigewalt musste auch das Straßenfest nach 1 ½ Stunden aufgelöst werden, um Demonstrationsteilnehmer_innen zu schützen und sich mit den annähernd 20 Verletzten zurückzuziehen. Kurz darauf drangen die Spezialeinsatzkräfte der Polizei gewaltsam in die Häuser ein. Die Besetzer_innen wurden nach einer Personalienfeststellung wieder frei gelassen.

Die besetzten Bürgerhäuser in der Amalienstraße stehen seit Jahren leer, während in Oldenburg Wohnungsnot herrscht. Der Eigentümer Matthias Hunecke entspricht als Gründungsberater für Jungunternehmer_innen, Investor und Multiunternehmer genau OB Schwandners Wünschen zur Realisierung des „Unternehmens Marke Oldenburg“. Betrachtet mensch Huneckes unternehmerischen Lebenslauf ist davon auszugehen, dass die Häuser in Zukunft gewerblich genutzt werden. Die Kritik der Besetzer_innen richtet sich dabei jedoch nicht spezifisch an Hunecke als Besitzer.

Seine Investitionen stehen im Kontext der Stadtentwicklung Oldenburgs. Es zeichnet sich eine kontinuierliche Verdrängung von bezahlbarem Wohnraum ab. Diese sind als Resultat von mehr gewerblicher Nutzung und „Aufwertungsprozessen“ zu sehen, die exklusive Miethöhen zur Folge haben. Die stetige Kommerzialisierung und „Aufwertung“ der Innenstadt verhindert, die Möglichkeit kollektive, solidarische Formen des Wohnens und Zusammenlebens zu gestalten – jenseits von Prekarisierung und Individualisierung. Dieser Entwicklung haben sich die Besetzer_innen entgegengestellt und die Räume angeeignet.

In ihrem Flugblatt machten die Besetzer_innen deutlich, dass es ihnen um mehr als Wohnraum gehe und stellten die Ausrichtung der Stadtpolitik grundsätzlich in Frage. Diese produziere soziale Ausgrenzung von Menschen, die nicht in das forcierte Leitbild „Unternehmen Marke Oldenburg“ passen. Die Vertreter_innen dieses Leitbildes würden ihr Handeln offensichtlich nicht am Wohl der Menschen, sondern am Profit ausrichten.

Fragen könnt ihr auch gerne an stadtgehoertallen@riseup.net richten.

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One Response to Besetzte Häuser geräumt

  1. Anonymous says:

    Schlecht informiert sein ist alles! Einfach mal ins Grundbuch sehen und feststellen, dass Matthias Hunecke nicht Eigentümer der Amalienstraße 14/16 ist! Wer sich dann noch den Bebauungsplan ansieht stellt fest, dass die Häuser nicht für den Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen, da dies nicht im Bebauungsplan vorgesehen ist!

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